Der Kunde und die Corona-Krise – Dos & Don’ts bei Terminabsagen und -verschiebungen

Die aktuelle Lage durch die Sars-Cov-2-Pandemie ist weiterhin unübersichtlich, was das Schließen oder Weiterbetreiben der Tattoostudios betrifft. Das führt nicht nur zu einer Verunsicherung bei Tätowierern und Studiobetreibern, sondern auch bei der Kundschaft. Auch diese hat mit den Auswirkungen des Virus zu kämpfen: Sie sorgt sich um die Finanzlage, um eine mögliche Ansteckung und Schwächung des Immunsystems. Es ist aktuell nicht absehbar, wie lange dieser Ausnahmezustand herrscht und wann wieder eine Normalität eintritt.

„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“

Kunden sagen vermehrt Termine ab oder wollen ihn verschieben. Auch Tätowierer, die – schon – von der Schließung betroffen sind oder freiwillig dies getan haben oder tun wollen, stehen jetzt vor organisatorischen Aufgaben: Die Termine sind nicht einzuhalten und müssen verschoben werden.

Umso wichtiger ist es nun, unternehmerisch richtig zu handeln und kommunikatives Geschick zu beweisen, damit die Termine nicht gänzlich gecancellt werden und die Kundenbindung weiterhin gefestigt werden kann. Denn nur der zufriedene Kunde kommt wieder.

Dos & Don’ts

Im Folgenden haben wir Empfehlungen in „Dos“ und „Don’ts“ zusammengestellt, die in Bezug auf Terminabsagen oder -verschiebungen in der aktuellen Corona-Krise uns für sinnvoll erscheinen.

1. Keep calm!

Bitte habt Verständnis für die Unsicherheit Eurer Kunden! In den jetzigen Zeiten verschieben sich die Prioritäten und die finanzielle Lage. Reagiert freundlich und verständnisvoll – auch wenn es gerade sehr schwer ist und man am liebsten alle Termine wahrnehmen lassen würde, um selbst finanziell entspannter zu sein.

2. Seid weiterhin erreichbar!

Ob über Facebook, Instagram, Mail oder Telefon – seid für Eure Kunden da!

3. Bietet Alternativen!

Ob es sinnvoll ist, jetzt schon Termine zu vergeben, kann nicht klar gesagt werden. Wenn Euch bei der Schließung ein Zeitraum genannt ist, dann ist von einer Terminierung in diesem Zeitraum abzusehen. Viele hoheitliche Maßnahmen laufen bis mindestens 19. April. Plant eher großzügig oder weist den Kunden darauf hin, dass man die Termine nur vorbehaltlich vergeben kann. Je nachdem, was ihr vertraglich bzw. über AGB geregelt habt, bietet sich eine Ausgabe von Gutscheinen i.H. der Anzahlung an, damit Termine seitens der Kunden flexibel stattfinden können.

4. Sprecht untereinander und miteinander!

Was hat der Kollege auf dem Herzen? Wie geht ein anderer Tätowierer mit der Situation um? Jetzt ist ein Miteinander wichtiger denn je.

5. Nutzt die Zeit!

Bereitet anstehende Projekte, an der der jeweilige auch weiterhin Kunde Interesse hat, schon mal etwas detaillierter vor. Wenn man sein Motiv schon mal gesehen oder eine bessere Vorstellung von der zukünftigen Tätowierung hat, steigt die Vorfreude – auch wenn man noch keinen festen Termin hat. So bleibt ihr einerseits mit dem Kunden in Kontakt und könnt bei der „Wiederöffnung“ die Termine dank der Vorbereitung schneller und besser dank abarbeiten und anderseits verliert ihr zu dem Projekt keinen Bezug.

6. Geratet nicht in Vergessenheit!

Seid auf verschiedenen Kanälen weiterhin aktiv, postet Arbeiten und Wanna Dos oder stellt Euch und Euer Team vor. Auch nette „Best Of“-Stories oder Off Topics können eine Bindung aufbauen oder diese verfestigen.

1. Pocht nicht auf die Einhaltung der Termine!

Mit Druck erzeugt man Gegendruck. Der Kunde wird eher abweisend reagieren und keinen weiteren Termin bei Euch haben wollen.

2. „Nix da, mein Geld!“

Anzahlungen von Terminen können – und hier kommen wieder AGB oder andere wirksame vertragliche Regelungen ins Spiel – nicht ohne Weiteres einbehalten werden. Bitte überprüft, wie ihr da rechtlich aufgestellt seid und überlegt Euch, ob ein solches Verhalten kundenfreundlich ist.

3. Frech werden.

Die Anspannung sorgt bei uns allen für emotionale Schwankungen; Verzweiflung, Wut und Angst liegen auf der Gefühlsskala nah beieinander. Lasst den Frust bitte nicht an Kunden, Kollegen oder Mitarbeiter aus.

4. Untertauchen.

Einigen wird es so gehen: Man will einfach nichts mehr hören oder sehen. Jedoch bereitet ein Nicht-Handeln dem Kunden, der wissen will, wie es jetzt mit seiner Anzahlung und Tätowierung weitergeht, kein wohliges Gefühl.

5. Alles stehen und liegen lassen.

Im Falle einer Schließung kann man die nun gewonnene Zeit dazu nutzen, sämtliche Dinge zu überprüfen: Ob man die BWAs der letzten Jahre kritisch vergleicht, die Kundenkartei aufräumt, den Finanzbedarf ermittelt oder die MHD der Farben checkt – vergesst vor der Hysterie nicht Eure Aufgaben als Unternehmer.

6. Trotz angeordneter Schließung tätowieren.

Bitte achtet auf die jeweilige Weisung und befolgt diese auch. Ihr riskiert unter Umständen nicht nur Bußgelder o.ä., sondern auch Eure Gesundheit und die Eurer Mitmenschen.

Fazit

Diese Auflistung ist keine konkrete Anweisung, wie jeder zu handeln hat. Es soll vielmehr in dieser schwierigen Zeit unterstützend wirken und Euch bei dem Umgang mit den Kunden helfen. Wir wünschen Euch, dass die Kunden für Euch und Eure Situation genügend Verständnis haben und Eure berufliche Situation sich bald wieder entspannen wird!

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